
Camping und Abenteuer mit Kind und Hund – Familienreisen im Oldtimer-Wohnmobil
Wanderung auf Skye, magische Fairy Pools & Schottlands schönste Täler | Ep. 72
In der 72. Podcastfolge berichten wir von unseren Erlebnissen auf der Isle of Skye, wo wir in drei Tagen drei ganz unterschiedliche Wanderungen unternommen haben. Nach der Übernachtung direkt am Old Man of Storr wachten wir sehr früh auf, um pünktlich vor dem großen Ansturm aufzubrechen. Der Morgen begann direkt mit einer witzigen Anekdote: Das Leeren der Chemie-Toiletten-Kassette entwickelte sich auf dem Parkplatz zu unseren ganz persönlichen „Highland Games“, während wir an all den parkenden Autos und Wohnmobilen vorbeimarschierten. Schon um 8:30 Uhr war der Parkplatz rappelvoll, und auf den Wegen bildete sich Stau, doch wir meisterten die Situation erfolgreich. Das Wetter zeigte sich typisch schottisch und extrem wechselhaft: Es gab Momente mit Sonne und Blick auf die Nachbarinsel, gefolgt von Winden und Regenschauern. Trotz des Trubels am Morgen erlebten wir eine ruhige Nacht direkt an der Straße. Vor unserer Weiterfahrt verhalfen wir noch einer belgischen Familie mit einem langen Wohnmobil zu einem Parkplatz, indem wir ihnen beim Ausparken Handzeichen gaben. Nach diesem guten Start in den Tag machten wir uns auf den Weg gen Norden. Unterwegs hielten wir für einen kurzen Zwischenstopp an den Klippen beim An Leth-allt Viewpoint mit seinem Wasserfall. Trotz Mangel an passender Kleidung liefen wir den kurzen Weg bergauf. Dort trafen wir sogar ein deutsches Pärchen wieder, das wir bereits Tage zuvor in Glasgow beobachtet hatten. Unser Hauptziel war die Wanderung zum Rubha Hunish, dem nördlichsten Punkt der Isle of Skye. An der Shulista Phonebox hatten wir Glück und ergatterten einen der begehrten Plätze auf dem sehr kleinen Parkplatz. Von dort aus starteten wir die etwa 2,5 Kilometer lange Wanderung. Während der erste Teil der Strecke über Schotter und Wiesen noch leicht zu bewältigen war, wandelte sich der Pfad zunehmend in ein schlammiges und sumpfvolles Abenteuer. Wir mussten uns mühsam durch den Matsch kämpfen, um nicht im nassen Boden zu versinken. Oben angekommen, bot sich uns an den 100 Meter hohen Klippen eine spektakuläre Aussicht. Wir besichtigten den ehemaligen Ausguck der Coastguard aus den späten 1920er-Jahren, der heute als Schutzhütte (Shelter) dient, und trugen uns in das Gästebuch ein. Den extrem steilen Weg über die Senke hinunter zum eigentlichen nördlichsten Zipfel meideten wir allerdings, da die Strecke mit Kind auf dem Rücken und Hund an der Leine zu gefährlich gewesen wäre. Der Rückweg zog sich kräftig hin, und kurz vor dem Wohnmobil überraschte uns ein sintflutartiger Regenschauer. Nach der Wanderung fuhren wir vorbei an den Ruinen des Duntulm Castle, durch Monstadt und weiter nach Uig. Dort statteten wir der Isle of Skye Brewing Company einen Besuch ab und deckten uns im Brauereishop ein. Auf eine Überfahrt mit der Fähre zu den Äußeren Hebriden verzichteten wir diesmal. Über die gut ausgebaute A87 steuerten wir schließlich unseren nächsten Stellplatz im Westen der Insel an. Als drittes Wandermagie-Highlight besuchten wir die berühmten Fairy Pools am Fuße der Cuillin Mountains. Das glasklare, türkisblaue Wasser, das über unzählige kaskadierende Wasserfälle in tiefe Felsbecken fließt, hat eine schlichtweg magische Atmosphäre. Beim Verlassen der Isle of Skye ging die Fahrt schließlich entlang der malerischen A87. Die Route schlängelt sich durch ein atemberaubend schönes, sattes Tal, umgeben von dramatischen Bergketten. Als krönenden Abschluss der Etappe entdeckten wir genau das, was auf keiner Schottland-Reise fehlen darf: Eine Herde der ikonischen Highland Cows mit ihren zotteligen Fellen und imposanten Hörnern, die entspannt am Wegesrand graste.

