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Draußenfotograf
Was Erkenntnis kostet - Odin, Mimirs Brunnen und Gedanken von heute
Was sind wir bereit, aus der Hand zu geben, um etwas anders sehen zu können? Unter einer Wurzel des Weltenbaums Yggdrasil liegt Mimirs Brunnen. In ihm sollen Weisheit und Verstand verborgen sein. Selbst Odin erhält daraus keinen Trunk, bevor er eines seiner Augen als Pfand hinterlässt. In dieser Folge erzähle ich die überlieferte Geschichte und frage, was sie mit uns heute zu tun haben könnte, wie sie vielleicht auch Einfluss auf unseren Blick haben könnte. Warum beschäftige ich mich ausgerechnet mit diesem Mythos? Weil eine Kamera die sichtbare Welt festhalten kann, aber noch keine Erkenntnis schafft. Wirkliches Sehen braucht Aufmerksamkeit, Offenheit und die Bereitschaft, sich selbst von einer Begegnung verändern zu lassen. Und manchmal geht's auch wieder ums Loslassen. Diese Folge ist zugleich ein Vorgeschmack auf meinen neuen Podcast: „Gedanken unterm Weltenbaum. Nordische Mythologie - naturverbunden und neu betrachtet.“ Die erste Folge erscheint am 1. September 2026 . -------------- Quellen zu dieser Folge: Die Geschichte von Odins Auge und Mimirs Brunnen ist in der Völuspá bezeugt und wird von Snorri Sturluson in der Prosa Edda ausführlicher dargestellt. Lieder Edda: Völuspá, Strophe 28. Die Passage berichtet, dass Odins Auge in Mimirs Brunnen verborgen liegt und Mímir aus dem Pfand des Walvaters trinkt. In der frei zugänglichen historischen Übersetzung von Karl Simrock bei Wikisource ist diese Passage abweichend auf die Strophen 21 und 22 verteilt. Einen Vergleich des altnordischen Textes mit mehreren englischen Übersetzungen bietet The Comparative Vǫluspá . Snorri Sturluson: Prosa Edda, Gylfaginning, Kapitel 15. Snorri beschreibt Mimirs Brunnen unter einer Wurzel Yggdrasils. Im Brunnen seien Weisheit und Verstand verborgen. Odin erhalte den gewünschten Trunk erst, nachdem er sein Auge als Pfand eingesetzt habe. Der altnordische Text sowie eine historische englische Übersetzung sind frei zugänglich. Zur möglichen Bedeutung des Pfandes: Henning Kure, „Drinking from Óðinn’s Pledge: On an Encounter with the Fantastic in Vǫluspá 28–29“ , in: The Fantastic in Old Norse/Icelandic Literature , Tagungsband der 13. International Saga Conference, Durham und York 2006, Seiten 533 bis 540.


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