
Episode #430
New Adult Literatur: erfolgreich und belächelt
Romantisch, explizit und millionenfach verkauft: Das Buchgenre New Adult hält die Umsätze der Belletristik stabil. Im Literaturbetrieb gilt es trotzdem als minderwertig. Was früher als Groschenroman im Kioskregal lag, erscheint heute als hochwertiges Buch mit Farbschnitt in Pastelltönen. Das Genre kam vor zehn bis fünfzehn Jahren aus den USA und wurde unter dem Hashtag BookTok auf TikTok und Instagram gross. An der Leipziger Buchmesse erhielt es erstmals eine eigene Halle. Die Zielgruppe ist 18 bis 30 Jahre alt, laut Börsenblatt sind 83 Prozent des Publikums Frauen. Katrin Signer von der Kulturredaktion von CH Media hat das Genre gelesen und die Szene analysiert. Die Handlung folge festen Mustern und sei absehbar, die Frauenfiguren seien aber selbstbewusst und schlagfertig; die Literaturwissenschaft spricht von Empowerment-Geschichten. Die Herablassung des Betriebs erklärt Signer anders: «Der ganze Kanon ist seit Jahrhunderten von Männern bestimmt. Die Kriterien legen Männer fest.» Was macht einen Roman zu einem New-Adult-Titel? Weshalb gilt die Darstellung von Sexualität heute als feministisch? Und welche Bücher eignen sich für den Einstieg? Mehr Artikel zum Thema: Werwolf-Sex und Eishockey-Romanzen: An diesem Genre scheiden sich die Geister «Simona, jetzt spinnst du komplett» – warum Orell Füssli gegen den Trend expandiert Mehr Folgen von «Hinter der Schlagzeile» mit Joëlle Weil und Stefan Bühler Host und Produzentin: Joëlle Weil Gast: Katrin Signer Kontakt: podcast@chmedia.ch

