
Kreide. KI. Klartext.
Neues Schuljahr, neue Regeln: KI-Recht & neue Prüfungsformate
In dieser Folge geht es um die rechtlichen Spielräume von Schulen beim KI-Einsatz in Prüfungen und um die neuen Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte. Als Gast mit dabei: Antonia Dufeu Antonia Dufeu ist Anwältin mit langjährigem Schwerpunkt im Medienrecht und Datenschutz und beschäftigt sich seit November 2023 auch mit KI-Recht. Seit 2009 berät sie Schulen zu Fragen des digitalen Rechts und ist regelmäßig als Referentin in Fortbildungen und Webinaren im Bildungsbereich unterwegs. In dieser Episode sprechen Cynthia, Diana und Antonia Dufeu über zwei große Rechtsthemen des Schulalltags. Im ersten Teil geht es um Prüfungen: Wo Schulen ihren Rechtsrahmen finden, warum Transparenz die entscheidende Grenze zwischen erlaubter Nutzung und Täuschung ist und wie Antonias KI-Kompass mit den vier Prüfschritten legal, fair, transparent und lernförderlich Orientierung gibt. Außerdem klären sie, was Lehrkräfte bei einem Täuschungsverdacht tatsächlich nachweisen müssen, warum KI-Detektoren allenfalls ein Indiz und kein Beweis sind und welche alternativen Prüfungsformate rechtlich schon heute möglich sind. Im zweiten Teil geht es um die Kennzeichnungspflicht aus der KI-Verordnung, die im August 2026 verstärkt wurde: Antonia unterscheidet die drei verschiedenen Kennzeichnungspflichten, erklärt den Unterschied zwischen Anbieter und Betreiber und ordnet in einem Praxis-Spiel konkrete Schulsituationen ein – vom KI-generierten Arbeitsblatt über den Elternbrief bis zum Chatbot auf der Schulwebsite. Key-Takeaways Transparenz statt Verbot: Ein KI-Ergebnis als eigene Leistung abzugeben ist eine Täuschung – wer offenlegt, was von der KI stammt und was die eigene Eigenleistung ist, bewegt sich dagegen auf sicherem Boden. Kein Beweis nötig, aber Regeln: Lehrkräfte müssen nicht nachweisen, dass ein KI-Tool genutzt wurde, sondern können ihren Verdacht über Indizien und ein mündliches Nachfragen glaubhaft machen – vorausgesetzt, die Schule hat vorher klare Regeln für alle Beteiligten festgelegt. Kennzeichnung heißt vor allem Transparenz: Entscheidend ist, ob der Eindruck entstehen könnte, ein KI-Inhalt stamme von einem Menschen – bei realistischen Bildern und Deepfakes ist die Kennzeichnung Pflicht, bei substanziell überarbeiteten Texten entsteht dagegen ein eigenes Werk. ⸻ Jetzt reinhören bei Spotify, Apple Podcasts & überall, wo es Podcasts gibt.






