
Orte und Worte
Mit Ilija Matusko beim Kroaten zum Essen
Djuvec-Reis, Pleskavica und Pommesduft sind die Gerüche von Ilija Matuskos Kindheit. Damit ist er aufgewachsen, sie sind Makel, Leistungsmerkmale und Schichtmerkmal zugleich. Immer waren die Gäste die Nummer Eins, die Dienstleistung oberste Priorität. "Jugo" ist eine zärtliche Annäherung zwischen Vater und Sohn, eine Würdigung der Lebensleistungen des Migranten, der nach der Rückkehr an die Adria keine Heimat findet, sondern im "Dazwischen" lebt. Nicht mehr dort, nicht mehr hier. Zwei Männer ringen um ihren Platz und um die Liebe, die Vater und Sohn verbindet. Eine Reflexion über der Speisekarte. Das Buch Ilija Matusko: Jugo, Suhrkamp, 191 Seiten, 24 Euro. Die Bücher, über die Stephan und Ilija sonst noch sprechen: Ilija empfiehlt: Lejla Kalamujic: Nennt mich Esteban, Eta-Verlag, 120 Seiten, 17,90 Euro. Stephan empfiehlt: David Vajda: Diamanten, Hanser Berlin, 176 Seiten, 24 Euro. Manik Sarkar: Ochsenkopf, Zsolnay, 177 Seiten, 24 Euro. Der Autor Ilija Matusko, 1980 in München geboren. Er ist gleichsam im Pommesduft groß geworden. Sein bosnisch-kroatischer Vater und seine deutsche Mutter haben eine Gastwirtschaft in Bayern betrieben. In seinen Texten setzt er sich immer wieder mit seiner Herkunft auseinander. Er selbst studierte in München Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialpsychologie. Er schreibt für die "taz". Sein erstes Buch "Verdunstung in der Randzone" ist eine Collage aus der Gastro-Szene. In seinem Debütroman "Jugo" geht es um die Beziehung von Vater und Sohn. Der Ort Restaurant "Split" am Blücherplatz in Berlin-Kreuzberg. Podcast-Tipp Alexandra Bidian: Schon lange kein Frühling. Unser Vater, das Haus in Rumänien und wir. https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:60a8ef6817c9121b/






