
Sinnplauderei – weibliche Wirkkraft im Familienunternehmen & Business
Wenn die Tochter übernimmt – weibliche Nachfolge im Familienunternehmen mit Susanne Kutterer
Wer übernimmt eigentlich das Familienunternehmen – und warum denken viele Familien bei dieser Frage noch immer zuerst an den Sohn? In dieser Folge der Sinnplauderei spreche ich mit Susanne Kutterer über weibliche Nachfolge in Familienunternehmen. Als Anwältin und Beraterin begleitet sie Unternehmerfamilien bei einem der sensibelsten Prozesse überhaupt: dem Übergang von einer Generation zur nächsten. Denn Nachfolge ist eben nicht nur eine rechtliche, steuerliche oder wirtschaftliche Aufgabe. Sie berührt die Identität einer Familie. Erwartungen und Loyalitäten spielen ebenso eine Rolle wie Geschwisterkonstellationen, Pflichtteilsfragen und die oft unausgesprochenen Vorstellungen darüber, wer das Unternehmen einmal weiterführen soll. Besonders spannend ist dabei der Blick auf die Töchter. Susanne beobachtet, dass inzwischen häufiger Frauen die Nachfolge antreten – manchmal allerdings erst dann, wenn eine Krise entsteht oder die ursprünglich vorgesehene Lösung nicht funktioniert. Dabei sind Frauen heute hervorragend ausgebildet und bringen vielfach genau die Kompetenzen mit, die Familienunternehmen für die nächste Generation brauchen. Wir sprechen darüber, warum Nachfolge viel früher innerhalb der Familie thematisiert werden sollte und weshalb Kinder die Freiheit brauchen, ein eigenes Verhältnis zum Unternehmertum zu entwickeln. Es geht um den enormen Erwartungsdruck, der mit einem Familienunternehmen verbunden sein kann, um Konflikte zwischen Geschwistern und um die Frage, wie Vermögen, Verantwortung und unternehmerische Macht fair und zukunftsfähig verteilt werden können. Auch die Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie gehört dazu. Denn weibliche Nachfolge kann nur selbstverständlich werden, wenn Frauen nicht länger das Gefühl haben, sich zwischen Unternehmensführung und einem eigenen Familienleben entscheiden zu müssen. Und wir sprechen über die Bedeutung von Role Models, Netzwerken und Frauen in Beiräten. Gerade in einem Nachfolgeprozess können unterschiedliche Perspektiven helfen, festgefahrene Familienstrukturen zu hinterfragen und eine tragfähige Family Governance aufzubauen. Eine Folge über Unternehmertum, Familie und weibliche Wirkkraft – und darüber, warum die nächste Generation ein Familienunternehmen nicht einfach fortführen muss, sondern die Chance haben sollte, es auf ihre eigene Weise weiterzuentwickeln. Denn gelungene Nachfolge bedeutet nicht, die Vergangenheit möglichst unverändert zu bewahren. Sie bedeutet, das Wertvolle zu erhalten und gleichzeitig Raum für etwas Neues zu schaffen.






