
Episode #61
„Kontostand? Lieber morgen!“ – Wenn der Urlaub auf die Realität trifft
Der Urlaub war schön – bis die Banking-App wartet. Warum der Blick aufs Konto Angst macht und Wegschauen selten beruhigt.

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Willkommen in der vermutlich meistbesuchten Reality-Show der Welt: deinem eigenen Kopf.Hier kommentiert ein unsichtbarer innerer Beobachter jedes Stirnrunzeln, jedes „Ähm“ und jede Kaffeetassenbewegung – live, in HD und mit übertriebener Dramaturgie.In „SOCIAL ANXIETY – Leben unter sozialer Angst“ tauchen wir humorvoll und tiefgründig in die Mechanismen der sozialen Angst ein. Denn soziale Angst kann jede und jeden treffen – dich, mich, Kolleg:innen, Freund:innen … und ja, auch Stars, die scheinbar mühelos vor Millionen Menschen stehen.Wir erkunden: Warum unser Gehirn soziale Situationen manchmal wie eine lebensgefährliche Bühne interpretiert. Welche Ursachen und Symptome soziale Angst antreiben. Wie der innere Beobachter entsteht – und warum er so gnadenlos kommentiert. Was wirklich hilft, um Schritt für Schritt mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Dabei verbinden wir spannende Storys aus dem Leben mit fundiertem psychologischem Wissen und praxisnahen Übungen, die du direkt im Alltag
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Episode #61
Der Urlaub war schön – bis die Banking-App wartet. Warum der Blick aufs Konto Angst macht und Wegschauen selten beruhigt.

SOCIAL ANXIETY
Soziale Angst und Perfektionismus können dazu führen, dass wir uns ständig kontrollieren. Die 70-Prozent-Regel lädt dazu ein, weniger zu überprüfen, kleine Fehler zuzulassen und zu erleben: Ich darf unperfekt sein und trotzdem dazugehören. Selbsttest: Wie stark kontrollierst du dich in sozialen Situationen? Bewerte jede Aussage: 0 = nie 1 = selten 2 = manchmal 3 = häufig 4 = fast immer Ich überlege meine Antworten, bevor ich sie ausspreche. Ich kontrolliere während eines Gesprächs, wie ich auf andere wirke. Ich mache mir Sorgen, etwas Falsches oder Peinliches zu sagen. Ich versuche, Gesprächspausen möglichst schnell zu vermeiden. Nach einem Gespräch analysiere ich, ob ich mich „richtig“ verhalten habe. Kleine Versprecher oder Fehler beschäftigen mich länger. Ich beobachte meine Stimme, meinen Gesichtsausdruck oder meine Körpersprache. Ich habe das Gefühl, in sozialen Situationen besonders souverän wirken zu müssen. Ich vergleiche mein Verhalten häufig mit dem anderer Menschen. Ich vermeide Situationen, in denen ich mich möglicherweise blamieren könnte. Auswertung 0–10 Punkte – relativ entspannt: Du scheinst dich in sozialen Situationen vergleichsweise wenig zu kontrollieren. Kleine Fehler oder Unsicherheiten können vermutlich ihren Platz haben. 11–20 Punkte – gelegentliche Überkontrolle: Du kennst wahrscheinlich Situationen, in denen du dich stärker beobachtest oder auf deine Wirkung achtest. Die 70-Prozent-Übung kann helfen, mehr Spontaneität zu entwickeln. 21–30 Punkte – deutliche Selbstkontrolle: Die Sorge, wie du auf andere wirkst, scheint einen größeren Raum einzunehmen. Es kann hilfreich sein, bewusst kleine Situationen zu wählen, in denen du weniger kontrollierst. 31–40 Punkte – starke Überkontrolle: Selbstbeobachtung, Perfektionismus oder Angst vor negativer Bewertung könnten dich deutlich belasten. Eine professionelle psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein. Wichtig: Dieser Selbsttest ist kein diagnostisches Instrument und ersetzt keine professionelle Diagnostik. Therapeutischer Hinweis Bei sozialer Angst kann der Versuch, perfekt zu wirken und jede Unsicherheit zu vermeiden , die Angst langfristig aufrechterhalten. Typische Sicherheitsstrategien sind beispielsweise das vorherige Einüben von Sätzen, das Vermeiden von Blickkontakt, das Kontrollieren der eigenen Stimme oder das gedankliche Überprüfen eines Gesprächs. Die 70-Prozent-Übung kann als kleines Verhaltensexperiment eingesetzt werden: In einer überschaubaren sozialen Situation wird bewusst auf einen Teil der übermäßigen Kontrolle verzichtet. Anschließend wird überprüft: „Was habe ich befürchtet – und was ist tatsächlich passiert?“ Wichtig ist dabei eine schrittweise Vorgehensweise. Es geht nicht darum, sich zu überfordern oder absichtlich unangemessen zu verhalten. Ziel ist vielmehr die Erfahrung: „Ich muss nicht perfekt sein, um eine soziale Situation bewältigen zu können.“ Besonders sinnvoll kann die Übung mit kognitiver Verhaltenstherapie und Expositionsübungen verbunden werden. Literatur Clark, D. M., & Wells, A. (1995). A cognitive model of social phobia. In R. G. Heimberg, M. Liebowitz, D. Hope, & F. Scheier (Eds.), Social Phobia: Diagnosis, Assessment, and Treatment (pp. 69–93). Guilford Press. Rapee, R. M., & Heimberg, R. G. (1997). A cognitive-behavioral model of anxiety in social phobia. Behaviour Research and Therapy, 35 (8), 741–756. https://doi.org/10.1016/S0005-7967(97)00022-3 Hofmann, S. G. (2007). Cognitive factors that maintain social anxiety disorder: A comprehensive model and its treatment implications. Cognitive Behaviour Therapy, 36 (4), 193–209. https://doi.org/10.1080/16506070701421313 Heimberg, R. G., & Becker, R. E. (2002). Cognitive-Behavioral Group Therapy for Social Phobia: Basic Mechanisms and Clinical Strategies . Guilford Press. Alden, L. E., & Taylor, C. T. (2011). Relational processes in social anxiety disorder. Behaviour Research and Therapy, 49 (11), 766–781. Egan, S. J., Wade, T. D., & Shafran, R. (2011). Perfectionism as a transdiagnostic process: A clinical review. Clinical Psychology Review, 31 (2), 203–212. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2010.04.009 Shafran, R., Egan, S. J., & Wade, T. D. (2010). Overcoming Perfectionism: A Self-Help Guide Using Cognitive Behavioral Techniques . Robinson. Frost, R. O., Marten, P., Lahart, C., & Rosenblate, R. (1990). The dimensions of perfectionism. Cognitive Therapy and Research, 14 , 449–468. Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2 (2), 85–101. https://doi.org/10.1080/15298860309032

Episode #60
Eine harmlose Figur – und plötzlich schlägt das Alarmsystem an. Warum Menschenähnliches ohne Leben Angst auslösen kann. Hinweis: Bei starker oder einschränkender Angst kann professionell begleitete, schrittweise Konfrontation hilfreich sein. Der Podcast ersetzt keine psychologische oder psychotherapeutische Behandlung.

Episode #58
Der Urlaub läuft aus – und plötzlich beginnt der Kopf herunterzuzählen. Warum das nahende Ende Angst machen kann und wie du den letzten Momenten wieder mehr Raum gibst.

Episode #57
Die Spülung läuft – und im Kopf beginnt die Katastrophe. Warum die Angst vor einer verstopften Toilette schnell zur sozialen Stressprobe werden kann. Psychologischer Hinweis : Diese Folge beschäftigt sich mit übermäßiger Angst vor einer möglichen peinlichen Situation. Bei wiederkehrenden starken Ängsten, ausgeprägtem Vermeidungs- oder Kontrollverhalten kann professionelle psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.
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