
Unter der Oberfläche
Vom Blitz getroffen
1952, ein Labor in Chicago: Ein junger Wissenschaftler füllt einen Glaskolben mit Wasser und ein paar Gasen. Toter Stoff, kein Funke Leben drin. Dann schickt er tagelang künstliche Blitze hindurch. Und als er ein paar Tage später hineinschaut, ist da plötzlich etwas Neues — die Bausteine, aus denen alles Leben gebaut ist. Vielleicht ist ein Blitz eben nicht nur Strom. In dieser Folge geht es um Menschen, die ein Blitz getroffen hat — und nicht getötet. Sondern verändert. Umgeschrieben. Roy Sullivan, Ranger im Shenandoah-Nationalpark, wurde siebenmal vom Blitz getroffen und überlebte jedes Mal. Er kam ins Guinnessbuch, seine Kollegen gingen ihm aus dem Weg, und irgendwann drehte er die Sache um und fragte sich: Bin ich verflucht — oder gesegnet? Tony Cicoria, Chirurg, hatte nie etwas mit Musik am Hut. Nach einem Blitzschlag ins Gesicht komponiert er plötzlich Klavierstücke, die ihm im Traum erscheinen. Die Ärzte untersuchen ihn mit allem, was sie haben, und finden: nichts. Und Lindsey Sass beschreibt, dass sich nach ihrem Einschlag etwas in ihr geöffnet hat. Dazwischen klären wir: Wie sucht sich ein Blitz eigentlich sein Ziel? Warum stellen sich Menschen Sekunden vorher die Haare auf? Was sind Lichtenberg-Figuren? Und warum gehört der Blitz in fast jeder Kultur der Welt ausgerechnet dem höchsten Gott? Die Frage, um die alles kreist: Wenn ein Blitz einen Menschen verwandelt — war das Neue immer schon in ihm, und der Blitz hat nur die Tür aufgerissen? Oder bringt der Blitz etwas mit? Ich hab darauf keine fertige Antwort. Aber ich glaube, es ist die richtige Frage. Schreibt mir gern in die Kommentare, wie es euch mit Gewittern geht — und ob ihr jemanden kennt, den ein Blitz getroffen hat. Hinweis: In dieser Folge wird ein Suizid erwähnt.






